Kath. Tageseinrichtung für Kinder St. Sebastian Nienberge
Lesen Sie zur Konzeption bitte:
VorwortDas Zusammenleben und die pädagogische Arbeit mit den Kindern hat sich im Laufe der Jahrzehnte verändert. Politische Umbrüche, veränderte Ansprüche an die Betreuungsform -und zeit, verstärkte Berufstätigkeit beider Elternteile, veränderte Familienstrukturen… Diese "veränderte Kindheit" verlangt nach einer neuen Auseinandersetzung im Umgang und der Betreuungsform mit Kindern. Wir möchten mit Kindern gemeinsam den Alltag erleben, sie teilhaben lassen an Geschehnissen, gemeinsam mit Kindern planen und reflektieren, ihre Sorgen und ihre Fröhlichkeit annehmen und ihre Lebenssituation begreifen. Diese Ihnen vorliegende Konzeption unserer Tageseinrichtung beinhaltet allgemeine Informationen über den Kindergarten und über unsere Vorstellung, Kinder in ihrer Entwicklung zu begleiten.
Personalität: das Kind steht mit seiner Person im Mittelpunkt Diese Grundwerte bedeuten für uns eine wesentliche Grundhaltung, die sich auf den Menschen konzentriert. Eine solche Einstellung beschränkt sich nicht allein auf das Kind, sie schließt Eltern, Familien, die MitarbeiterInnen und das gesellschaftliche Umfeld ein. SeitenanfangAuftrag und ZieleWeil unsere Kinder
unsere einzige reale Verbindung zur Zukunft sind, und weil sie die Schwächsten sind, gehören sie an die erste Stelle der Gesellschaft Olof Palme Die Grundlage für die Gestaltung des Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsauftrages in der Tageseinrichtung für Kinder ist das 8. Gesetzbuch des KJHG (Kinder - und Jugendhilfegesetz). Wir verstehen uns als eine Einrichtung mit familienunterstützendem Auftrag, d.h. dass die intensive und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern ein wichtiger Stützpfeiler unserer Arbeit ist. Dieser Kontakt ist erforderlich, um eine ganzheitliche Entwicklung der Kinder zu ermöglichen. Träger der Einrichtung ist die katholische Kirchengemeinde St. Sebastian, von daher ist der religionspädagogische Aspekt ein wichtiges Moment. Grundlegende, kulturelle und christliche Werte sind Orientierungshilfen. Die Kinder stehen im Mittelpunkt. Das Kind ist sein eigener Akteur. Der Auftrag der ErzieherInnen besteht darin, sich auf die Bedürfnisse der Kinder zu konzentrieren,
ihnen zuzuhören, um ihnen Sicherheit in ihrem Tun zu verschaffen. Wir - als fachkompetente Partner des Kindes - wollen den Kindern zu einer erlebbaren Kindheit (erleben, fühlen, experimentieren) verhelfen. Unsere Schwerpunkte:
Integration der Sinne, Wir fördern die Selbständigkeit der Kinder, damit sie lernen, für sich selbst zu sorgen und eigene Bedürfnisse abzuwägen. Der Kindergartenalltag wird von den Kindern darum weitgehend mitgestaltet. SeitenanfangPädagogische ArbeitPädagogischer AnsatzIntegrationspädagogik Grundsätze: Personalität - das Kind steht mit seiner Person im Mittelpunkt Das Kind entwickelt sich durch die Einflüsse seiner Umwelt und seiner Anlagen zum Selbst. Jedes Kind ist ein Individuum und um es in seiner Ich-Identität zu stärken bedarf es der positiven Begleitung seiner Bezugspersonen und der Auseinandersetzung mit Gleichaltrigen um prosoziales Verhalten, Konfliktlösestrategien und Frustrationstoleranz zu üben. Kinder streben nach Befriedigung ihrer individuellen Bedürfnisse. Dabei sind alle Bedürfnisse gleichwertig. Durch die Akzeptanz der einzelnen Persönlichkeiten (Pflege des Ich) gewinnt die Gemeinschaft an Vielfalt. Solidarität - das Kind lernt sich in der Gemeinschaft zu verwirklichen Das Kind erlebt die Wirklichkeit mit all seinen Sinnen, es fühlt und begreift seine Erlebniswelt im sozialen Umfeld und im Miteinander. Die Tageseinrichtung bietet den äußeren Rahmen als Mittel, um das Wesentliche, das Miteinanderleben zu üben und sozial angemessen umzusetzen. Wichtig ist uns die eine Atmosphäre in der Einrichtung, als Ausdruck für ein prosoziales Miteinander. Die Kinder erleben sich als einen wichtigen Teil des Ganzen, erleben sich in der Gruppe und Gemeinschaft (Pflege des Wir), und lernen von der Vielfalt der unterschiedlichen Persönlichkeiten der Gruppe. Subsidiarität - das Kind erhält bei Bedarf Hilfe und Unterstützung, um die eigenen Möglichkeiten zu erkennen und weiterzuentwickeln Um zu dieser Beziehungsfähigkeit zu gelangen, bekommen die Kinder die Unterstützung ihrer begleiteten Bezugspersonen. Wir ErzieherInnen versuchen, das Kind in seiner Entwicklungsphase, seiner psychosexuellen Entwicklung und seiner Erlebniswelt zu verstehen und ihm zu helfen. Unterstützung erhält das Kind durch kindzentriertes Sprachverhalten, aktives Zuhören, einfühlendes Verstehen. Jedes Kind entwickelt sich individuell und seinem individuellen Tempo entsprechend. Differenziert wird jedes Kind beobachtend begleitet. Es hat die Möglichkeit, sich seinem Tempo und seinen Neigungen entsprechend zu entwickeln. Bildungsbereiche
Kinder beginnen mit abstraktem Denken und Diskutieren nicht
vor dem siebten oder achten Lebensjahr. Das menschliche Gehirn ist erst in der Lage, abstrakte Vorgänge zu verarbeiten, wenn es "konkrete" Kenntnis seines Körpers, der Welt und der physikalischen Kräfte besitzt. Jean Piaget, Psychologe/Beobachter von Kindern Verschiedene Bildungsbereiche ermöglichen dem Kind entsprechende Erfahrungen zu sammeln. Folgende Bildungsbereiche sind in unserer Kindertageseinrichtung abgedeckt:
Bewegung
In unserer Tageseinrichtung haben Kinder Platz, Zeit und Raum ihre Lebenswelt zu gestalten.
Verschiedene Materialien, unterschiedliche Spielbereiche und die einzelnen Persönlichkeiten füllen diesen Lebensraum. Im Spiel verarbeitet das Kind Erlebnisse und Erfahrungen des Alltags. Durch die starke Reizüberflutung und durch das Überangebot in der heutigen Zeit bekommt die Beziehungsgestaltung und das freie, selbstbestimmte Spiel eine andere Wichtigkeit für die Entwicklung des Kindes. In einem gesunden Umfeld entwickelt sich ein Kind seinem eigenen Tempo entsprechend individuell in den verschiedenen Bildungsbereichen. Diese Entwicklungszeiträume sind wichtig und bauen immer aufeinander auf! Das soziale Verhalten üben die Kinder, indem sie gemeinsam etwas tun. Laut Integrationspädagogik ist diese Lernerfahrung optimal in Kleingruppen bis zu sieben Kindern. Kinder organisieren sich diese Gruppe durch selbst bestimmtes Handeln. Die Kinder haben in der Einrichtung die Möglichkeit, den Ort ihres Tuns und auch den Inhalt ihrer Beschäftigung auszuwählen. Zusätzlich zum Gruppenraum bieten sich verschiedene Möglichkeiten für das Kind, sich seinen Bedürfnissen entsprechend konstruktiv zu beschäftigen:
In den täglich stattfinden Treff- oder Sitzkreisen nimmt sich die Gruppe bewusst wahr. Die Kinder können die freie Bewegungsbaustelle nutzen, um ihren natürlichen Bewegungsdrang nachzukommen. Gemeinsam mit anderen Kindern können kreative Spielideen in Bewegung umgesetzt werden. Wissenschaftliche Erkenntnisse belegen, wie außerordentlich wichtig gerade die natürliche Bewegung für Kinder ist, um Sinne, Geist und Seele zu ordnen. Die Bewegung, Körperkoordination, das "eins sein mit seinem Körper" ist die Basis für jedes Lernen. Das Spiel im Bällebecken ist eine intensive Körpererfahrung und dient zur Wahrnehmungsförderung. Jede Gruppe hat einen Nebenraum, jeder dieser Räume hat eine andere Funktion. Es gibt einen Entspannungsraum, indem die Kinder die Möglichkeit haben, "abzuschalten" und Ruhe zu finden. Dieses Angebot nutzen die Kinder selbst bestimmt und unter professioneller Anleitung. Des Weiteren gibt es einen Rollenspielbereich, in dem die Kinder kreativ ihrer Phantasie freien Lauf lassen können, so entsteht ständig ein individuelles Spiel. Das Malatelier bietet den Kindern die Möglichkeit ihrem inneren Erleben künstlerisch Ausdruck zu verleihen. Durch das freie Malen verarbeitet das Kind seinen Alltag und übt feinmotorische Fähigkeiten ein. In der Werkstat t wird kreativ mit verschiedenen Materialien gearbeitet. Die Kinder erleben sich als Schaffende und lernen den Umgang mit Werkzeugen. Am Werken, Malen , Matschen und Kleben etc. schulen die Kinder ihre Sinne, lernen und werden in ihrer Entwicklung gefordert und gefördert.
Nahrung, Nahrungszubereitung und Nahrungsherkunft ist bereits für Kinder ein Themenbereich, der zum Alltag gehört. Die Küch e als wichtiger Ort.
Der Multifunktionsraum wechselt ständig, der Situation angemessen, seine Funktion. Die Eingangshalle der Kindertageseinrichtung, dient dem freien Spiel, der Bewegung und der Begegnung und wird multifunktional genutzt. Naturerfahrungen machen die Kinder auf dem Außengelände, dem Spielplatz der Einrichtung. Spiel - Platz bedeutet, die Möglichkeit zum Bewegen, spielen, verstecken, toben, klettern, entdecken , erforschen…Selbst bestimmt und mit der Begleitung ihrer Erwachsenen wird Natur erforscht, gepflanzt, beobachtet.
Die Aufgabe
Der Erziehung ist nicht, das Kind zu formen, sondern es ihm zu erlauben, sich zu offenbaren. Maria Montessori
Diese oben genannten Möglichkeiten, bieten dem Kind Raum, seine Selbständigkeit und Selbstbestimmung zu üben.
Entwicklungspsychologie
Kindheit "Das Kind benutzt in seinen einzelnen Entwicklungsstufen jede Aktivität, um "Bausteine" zu entwickeln, die jeweils das Fundament für eine komplexere und reifere Entwicklung bilden. Es ist ständig damit beschäftigt, seine Tätigkeiten zu vervollkommnen, um damit höher geordnete Funktionen zu entwickeln. Es übt und übt eine Handlung immer wieder, um jedes sensorische und motorische Element, das darin erhalten ist, meistern zu lernen. Manchmal kehrt das Kind wieder um und übt auf einer früheren Entwicklungsstufe, ehe es zu etwas Neuem übergeht. Die Bausteine, die zum Laufen führen, sind relativ einfach zu erkennen. Obwohl es viel schwieriger zu sehen ist, entwickeln sich auch die Sinne synchron mit diesen Bausteinen. Zum Beispiel die optische Wahrnehmung, die man zum Lesen benötigt, ist das Endprodukt vieler solcher Bausteine, die sich während der sensomotorischen Aktivitäten in der Säuglingszeit und frühen Kindheit geformt haben. " AUSZUG AUS BAUSTEINE DER KINDLICHEN ENTWICKLUNG VON A. JEAN AYRES Ebenso wichtig für die ganzheitliche Entwicklung des Kindes ist die sexualpädagogische Begleitung (eingehen auf Fragen der Kinder, Bücher, thematische Einheiten). Kinder haben ein natürliches, selbstverständliches Bedürfnis, Sexualität in Form von Körperkontakt, Vertrauen und Geborgenheit zu erleben. Ihnen soll Raum gegeben werden, sich und ihre Sexualität und die damit verbundenen Gefühle und Wünsche wahrzunehmen und zu artikulieren. Nein sagen und Ja sagen kann von den Kindern erlernt werden und ist ein wichtiges Ziel. SeitenanfangIntegrationEin Kindergarten für Alle
Der Normalisierungsgedanke
Ganzheitlich, Integrativ
Das Miteinander umgehen, einander verstehen, einander in seinem Anderssein akzeptieren, aneinander lernen und wachsen wird von uns unterstützt und gefördert.
Für uns ist es wichtig, dass Kinder wohnortnah miteinander spielen können, um gemeinsam zu lernen und zu lachen, in der Nachbarschaft Kontakte zu knüpfen und Freunde zu finden.
Als ich ein Kind war,
Seitenanfang
malte ich wie ein großer Meister, aber um malen zu können wie die Kinder, musste ich ein Leben lang lernen. Pablo Picasso ElternarbeitZusammenarbeit mit den ElternDie Betreuung der Kinder im Kindergarten ist familienergänzend. Somit spielt die Zusammenarbeit mit den Eltern eine entscheidende Rolle. Uns ist es wichtig, einen konstruktiven Austausch zu pflegen, Vertrauen zu gewinnen, Diskretion zu bewahren, um in einer guten Atmosphäre gemeinsam die Entwicklung der Kinder zu begleiten. Die MitarbeiterInnen der Einrichtung unterliegen der Schweigepflicht bezüglich familiärer und persönlicher Situationen. Wir möchten, dass die Eltern uns als fachlich kompetente ErzieherInnen verstehen, um einander auszutauschen und den Eltern in Erziehungsfragen unterstützend und beratend zur Seite stehen. Wir arbeiten aktiv mit anderen Institutionen zusammen und können ggf. an andere Einrichtungen (Erziehungsberatungsstelle, Therapeuten ...) vermitteln. Die Eltern der vier Gruppen der Einrichtung wählen zu Beginn des Kindergartenjahres zwei ElternvertreterInnen. Daraus ergibt sich der Elternrat der Tageseinrichtung. Zwischen dem Elternrat und den MitarbeiterInnen findet ein regelmäßiger Austausch statt. Wichtige Entwicklungen, Entscheidungen und Veränderungen werden mit dem Elternrat beraten. Die Elternvertreter sind erste Ansprechpartner für Eltern und ErzieherInnen und sind Mitglieder des Rates der Tageseinrichtung. In diesem Rat sind außerdem die MitarbeiterInnen der Einrichtung und vier Vertreter des Kirchenvorstandes der Kirchengemeinde St. Sebastian vertreten. Elterninformationsbriefe geben Auskunft über das Geschehen in der Einrichtung und über die individuelle Situation der Gruppe. Wir möchten die Arbeit in der Tageseinrichtung transparent machen (z.B. in Form von Hospitationsmöglichkeiten, Elterndiensten nach Absprache etc...) und sind offen für Anregungen und Kritik, um die pädagogische Arbeit konstruktiv zu gestalten.
Um adäquat mit den Eltern zusammenzuarbeiten bieten wir folgende Möglichkeiten an:
Zusammenarbeit mit anderen Institutionen Religionspädagogische ArbeitDie Religiosität ist ein integrierter Bestandteil allen pädagogischen Handelns in der Tageseinrichtung für Kinder. So kommt "das Religiöse" im christlichen Verständnis in der Gesamtatmosphäre des Kindergartens zum Ausdruck, z.B. im offenen und achtsamen Umgang aller Kinder und Erwachsener miteinander. Die Würde und Einmaligkeit jedes Einzelnen gilt es zu achten und zu fördern. Jeder Mensch ist ein Geschöpf Gottes, der in seinen Geschöpfen geachtet werden möchte. Von besonderer Bedeutung für die Kinder ist die Erfahrung, dass Menschen für sie da sind, die ihnen zuhören, die zu ihnen stehen und ihnen zugewandt sind, von denen sie nie im Stich gelassen oder "verraten" werden. Damit werden wichtige Grunderfahrungen vermittelt, die den Gott bezeugen, der sich selbst in der Bibel bezeugt hat als der" Ich bin da". Um diese Grunderfahrung geht es auch in der Verkündigung Jesu. Sie ist eine wichtige Voraussetzung, dass die Kinder Vertrauen entwickeln können, auf dem später einmal der selbständige persönliche Glaube aufbauen kann. Darüber hinaus werden die Kinder auch an christliche und speziell kirchliche Traditionen herangeführt und damit vertraut gemacht, z.B. kirchliche Feste und Feste im Jahreskreis. Weiterhin werden den Kindern einzelne biblische Geschichten vermittelt, wobei der Schwerpunkt nicht so sehr auf der gedanklichen als mehr auf der emotionalen Erfassung liegt. Darum wählen wir Geschichten aus, die Grundformen des Vertrauens, des Versöhnens und der liebe ansprechen. Auch Geschichten, die verschiedene lebensweiten und lebenssituationen anderer Menschen ansprechen, Individualität verdeutlichen und zur Auseinandersetzung mit diesen Themen anregen. Nicht zuletzt geht es auch um Geschichten, in denen Jesus von seinem Vater im Himmel spricht oder in denen er durch die Art seines eigenen Umgangs mit Menschen die liebe Gottes zu uns Menschen veranschaulicht. Da es religionspädagogisch nicht um eine reine Information oder um Vermittlung von lerninhalten geht, sondern um Beziehungsstiftung, gehört das Beten mit den Kindern zum Auftrag eines katholischen Kindergartens, ebenso die gelegentlichen kindgemäß gestalteten Gottesdienste, z.B. zum Osterfest, zu sozialen Themen. Ganz entscheidend ist die persönliche Glaubenserfahrung und Einstellung der Erzieherinnen, um Religiosität authentisch mit den Kindern zu leben. Wichtig ist hier auch das lebendige Gespräch und die Auseinandersetzung über verschiedene Sichtweisen und Haltungen zur Religionspädagogik. Die Integration der christlichen Haltung und Einstellung ins lebenskonzept sollte kein Zusatzprogramm zur Elementarpädagogik sein, sondern in ihr verwurzelt sein.
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